OWV Georgenberg

Naturschutz

Dafür kümmert sich unser Naturschutzwart.
Unser Naturschutzwart kümmert sich um Pflanzen, Flechten, Moose und Pilze die bei uns wachsen.
Auf der Mühle in Gehenhammer  wurde ein Schaukasten und 5 Lehrtafeln über Fledermäuse, Vögel, Pilze und Wildblumen installiert.
Die Materialkosten werden von unserem Verein übernommen.
Außerdem um die Pflege des Siebeninselweihers und der Bekämpfung des „Indischen Springkrautes“.
Amphibienpflege bei der Froschwanderung. Eine sehr arbeitsreiche und stundenträchtige Arbeit.

Bericht über die 4. Amphibienzählung bzw. Einsammlung 2015 in der Gemeinde Georgenberg durch Natur- und Landschaftsschutzwart des Oberpfälzer Waldvereins, Zweigverein Georgenberg, Rainer Folchmann

Die Krötenwanderungen in unserer Gemeinde Georgenberg werden jetzt schon zum vierten Mal überwacht auch für das Umweltamt in Augsburg Gebietsleiterin Frau Langensiepen registriert und kartiert. Als Natur- und Landschaftsschutzwart des OWV Georgenberg ist für die seltenen Insekten und Reptilien sowie für seltene Pflanzenarten Rainer Folchmann zuständig (Fotodokumentation). Der OWV leistet damit einen enorm wichtigen Beitrag zum Naturschutz sowie zur Erhaltung seltener Tier- und Pflanzenarten.

Wie immer ging der Aktion für die Aufstellung der Amphibienzäune an den ST 2154 von Georgenberg nach Waldkirch am „Kohlenmeiler und in der „Kannerskurve“ sowie an der ST 2396 von Georgenberg in Richtung Galsterlohe am Ortsende von Georgenberg durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach mit dem Technischen Amtsrat Johann Baumer – in diesem Fall die Straßenmeisterei Vohenstrauß mit dem Leiter Helmut Peintinger – voraus. Eingebunden war außerdem das Team um Karl Feiler. Herr Baumer hatte dazu Rainer Folchmann zum

„Privaten Betreuer“ der Amphibienzäune bestellt. „Die Zusammenarbeit war wieder vorzüglich“, wieß der Natur- und Landschaftswart hin und weiß diese Unterstützung zu schätzen. Das gilt auch für den Vorsitzenden des OWV-Zweigvereins, Manfred Janker. Die weiteren vier Teammitglieder (Amphibienzähler) sind ehrenamtliche Helfer und keine OWV-Mitglieder.

Rainer Folchmann seiner Einladung zu einem „Kindertag“ hatten hatten die OWV-Mitgiederkinder gerne angenommen uns sind Zahlreich erschienen und unterstützten Rainer Folchmann beim Einsammeln der Amphibien / Reptilien am Amphibienzaun in Georgenberg in Richtung „Spreißl-Weiher“. Es wurden dabei 331 Kröten,71 Teichmolche und 5 Bergmolche eingesammelt.. Da es sich in Georgenberg um den derzeit stärksten Amphibienzaun im Landkreis

Neustadt a. d. Waldnaab handelt ist es für die Kinder sehr lehrreich mit den Populationen in Kontakt zu kommen und damit plichtbewußter in Sachen Naturschutz verständlicher weise umzugehen.

Die jetzigen Lebensräume müssen in Zukunft auf jeden Fall genauer inspiziert werden, damit diese für die seltenen Pflanzen, Flechten, Reptilien und Amphibien unbedingt erhalten werden können. Dazu kommt für den OWV die Frage, welche Lebensräume so umgestaltet werden, damit sich seltene Pflanzen- und Tierarten heimisch fühlen können. Unterstützunmg findet der Landschafts und Naturschutzwart des OWV-Georegenberg dabei auch vom Staatlichen

Forstamt-Flossenbürg deren Chef Herrn Bösl und Forstamtfrau Frau Bruglachner-Zaschka zuständig für den Raum Georgenberg. Dann wurde Herrn Folchmann die Unterstützung vom Naturpark Frau Mathilde Müllner und von der Unteren Naturschutzbehörde Frau Rossmann für die Kartierung der Populationen zugesichert.

Der Drang der Amphibien zu ihren Laichplätzen war laut Folchmann wieder enorm groß. Das Einsammeln der Tiere nahm er gemeinsam mit seinem Team zwei bis drei Mal am Tag vor. Z

„ Das Ergebnis ist überwältigend“, freut sich Rainer Folchmann. Die vierte Einsammlung zeigt das Ergbnis das sich die Populationen der Erdkröten, Fröschen , Molchen und Echsen sowie bastardisierte Kröten langsam wieder erholen . „Diesen Erfolg ist dank der vorangegangenen Einsammlungen ‚2012 – ‚2014 zu erkennen“

Die gesamte Aktion war laut Folchmann auf 41 Tage verteilt. 293 Stunden und 2337 gefahrene Kilometer sprechen für sich.

Hier die Ergebnisse:

Rote Zahlen bedeuten Rückgang der Populationen gegenüber dem Vorjahr.

ST 2154 „Kannerskurve“       nur Sichtungen da Amphibienröhren vorhanden sind

Vorjahr

Kröten                                       166 Stück                                                           (499 Stück)

Froscharten:

Wasserfrosch                               – Stück                                                                (1 Stück)

Grasfrosch                                   1 Stück ( Vorwarnliste BY )                              (3 Stück)

Molcharten:

Teichmolch                                   – Stück ( Vorwarnliste BY )                               (5 Stück)

Bergmolch                                     – Stück                                                               (9 Stück)

ST 2154 „Kohlenmeiler“

Kröten                                        101 Stück                                                            (79 Stück)

Froscharten:

Grasfrosch                                   – Stück ( Vorwarnliste BY )                               (4 Stück)

Molcharten:

Teichmolche                           109 Stück ( Vorwarnliste BY )                               (5 Stück)

Bergmolche                             14 Stück                                                                 (3 Stück)

Waldeidechse                           2 Stück                                                                  (1 Stück)

(Vorwarnliste BY)

Zauneidechse                           1 Stück

(Rote Liste Kategorie 3 Bedrohte Art gefährdet BY)

ST 2396 am Ortsausgang Georgenberg

Kröten                                      2305 Stück                                                        (2257 Stück)

Kreuzkröten                                 3 Stück                                                               (3 Stück)

(Rote Liste Kategorie 2 bedrohte Art stark gefährdet BY)

Bastardisierte Unterart der Kreuzkröte

                           63 Stück

(Rote Liste Kategorie 2 bedrohte Art stark gefährdet BY)

Froscharten:

Grasfrosch                                 6 Stück (Vorwarnliste BY)                                 (2 Stück)      

Springfrosch                             – Stück                                                                  (- Stück)

Wasserfrosch                             – Stück                                                                (1 Stück)

Molcharten:

Teichmolch                           467 Stück (Vorwarnliste BY)                                (168 Stück)

Bergmolch                               51 Stück                                                               (40 Stück)

Kammmolch                             – Stück                                                                    (1 Stück)

(Rote Liste Kategorie 2 Bedrohte Art stark gefährdet BY)

 

Zauneidechse                       14 Stück                                                                   (2 Stück)

(Rote Liste Kategorie 3 Bedrohte Art     gefährdet BY)

Waldeidechse                         3 Stück                                                                   (1 Stück)

(Vorwarnliste BY)

Insgesamt:

Kröten                               2572 Stück                                                              (2835 Stück)

mit 3 Kreuzkröten und 80 bastardisierte Unterart der Kreutzkröte

(Rote Liste Kategorie 2 Bedrohte Art stark gefährdet BY)                                 (gleich)

Grasfroch                           7 Stück (Vorwarnliste BY)                                         (9 Stück)

Wasserfrosch                     – Stück                                                                         (2 Stück)

Teichmolch                     576 Stück (Vorwarnliste BY)                                     (178 Stück)

Bergmolch                    65 Stück                                                                          (52 Stück)

Zauneidechse                 15 Stück                                                                         (2 Stück)

(Rote Liste Kategorie 3 Bedrohte Art gefährdet BY)

Waldeidechsen                 5 Stück (Vorwarnliste BY)                                          (2 Stück)

Fazit:

Es ist zu beachten das bei der Kannerskruver St2154 nur Sichtungen gemacht wurden,

man kann davon ist auszugehen von der Quersumme den vorangegangenen Zählungen das die Krötenpopulation sich auf ca. 2900 Stück beläuft !!!

Allgemein gilt: Neben der Anlage der Laichgewässer muss eine dauerhafte Pflege der Strukturen gewährleistet sein!

Außerdem zählt der Amphibienzaun als größter im Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab.

In unserer Gemeinde Georgenberg sind nicht nur seltene Pflanzen und Tiere gefährdet, sondern Insekten und auch einige Reptilien bzw. Amphibienpopulationen.

 Lebensweise der Amphibien:

Das Leben und die Fortpflanzung unserer heimischen Amphibienarten sind eng an das Wasser gebunden. Zum Ablegen ihrer Eier (Laich) müssen sie in jedem Frühjahr ihre Laichgewässer aufsuchen. Die erste Lebensphase verbringen die Amphibien als Kaulquappen (Larven) im Wasser. Nach einer Umgestaltung des Körpers (Metamorphose) beginnen sie ihr Landleben und kehren meist nur zur Fortpflanzungszeit ins Wasser zurück. Viele Arten werden erst nach einigen Jahren geschlechtsreif, Erdkrötenweibchen zum Beispiel nach drei bis fünf Jahren. Sie können sehr alt werden und viele Nachkommen haben. Laichgewässer sowie Sommer- und Winterlebensraum sind oft weit voneinander entfernt. So müssen bei der Frühjahrswanderung oft große Entfernungen zurückgelegt werden. Von der Erdkröte sind Wanderungen von mehr als zwei Kilometern bekannt und selbst beim Kammmolch wurden Wanderdistanzen von mehr als einem Kilometer festgestellt. Die Prägung auf das Laichgewässer erfolgt während der Larven- bzw. Kaulquappenphase. Viele Amphibien kehren dann zur Fortpflanzung an ihr Geburtsgewässer zurück. Amphibien sind wechselwarme Tiere. Ihre Körpertemperatur ist von der Umgebungstemperatur abhängig; sie können allerdings aktiv besonnte oder schattige Plätze aufsuchen. Kälte und knappe Nahrung zwingen zur Winterruhe. Zum Überwintern werden passende Verstecke, wie der Wurzelbereich von Bäumen, Erdlöcher, Felsspalten, Hohlräume unter Steinplatten, unter totem Holz oder in Kleinsäugerbauten aufgesucht. Ein Teil der Frösche überwintert im Bodenschlamm der Laichgewässer. Erst im Frühjahr werden sie wieder aktiv.

Die Haut der Amphibien trägt im Gegensatz zu den Kriechtieren oder Reptilien (Eidechsen, Schlangen) kein Schuppenkleid. Ihre wasserdurchlässige, kaum noch verhornte Haut bindet sie zeitlebens an Feuchtbiotope. Sie schützen sich vor ihren Feinden, indem sie Schleim mit Giftstoffen aus ihrer Haut absondern. Amphibien ernähren sich hauptsächlich von Würmern, Schnecken, Insekten und anderen Gliedertieren. In unseren Gärten sind sie daher sehr nützlich.

Die Kreuzotter (Vipera berus)

Ist eine kleine bis mittelgroße Giftschlange aus der Familie der Vipern (Viperidae). Sie besitzt von allen Vipern das größte und zugleich das nördlichste Verbreitungsgebiet, zudem ist sie die einzige Schlangenart, die auch nördlich des nördlichen Polarkreises angetroffen werden kann.

Kreuzotter     “ Giftig “  

Kreuzotterkopf  

Merkmale:

Die Kreuzotter erreicht eine Durchschnittslänge zwischen 50 und 70 Zentimetern, kann im Extremfall aber auch bis etwa 90 Zentimeter lang werden. Die größte in Deutschland gefundene Kreuzotter war ein Weibchen von 87 Zentimetern in Thüringen. Die Weibchen sind im Regelfall deutlich länger als die Männchen, die eine Körperlänge von 60 Zentimetern in der Regel nicht überschreiten. Der Körper der Schlange ist gedrungen gebaut, der Kopf für eine Viper vergleichsweise wenig deutlich vom Körper abgesetzt. Die Schnauze ist vorn gerundet und geht in eine flache Kopfoberseite über, der Canthus rostralis ist ebenfalls abgerundet. Der Kopf ist von der Oberseite betrachtet oval und am Hinterkopf durch die Giftdrüsen leicht verbreitert. Als Anpassung an kühle Lebensräume ist sie in der Lage, ihren Körper durch aktives Abspreizen der Rippen zu verbreitern, um eine größere Fläche für die Wärmeaufnahme beim Sonnen zu bieten und so geringere Wärmestrahlungsmengen effektiver zu nutzen. Die Grundfärbung der Kreuzotter ist sehr variabel und reicht von silbergrau und gelb über hell- und dunkelgrau, braun, blau-grau, orange, rotbraun und kupferrot bis schwarz. Die Färbung ist innerhalb der Art sehr variabel, auch innerhalb derselben Population können unterschiedliche Färbungen auftauchen. Das auffälligste Zeichnungsmerkmal ist ein dunkles Zickzack-Band auf dem Rücken. Ebenso wie die Grundfarbe kann auch die Rückenzeichnung sehr variabel ausgebildet sein. Die Variationen reichen von breit oder schmal ausgebildeten Zickzacklinien über Wellen- und Rautenbänder bis hin zu einzelnen Querbinden, wie sie vor allem bei der Unterart V. b. bosniensis ausgebildet sind. Vor allem in Österreich und Slowenien kommen zudem Populationen vor, die eine dunkle Grundfarbe mit heller oder hell umrandeter Zeichnung besitzen. An den Flanken befindet sich außerdem eine Reihe dunkler, runder Flecken.

 

Nicht selten werden Schlingnatter (nicht Giftig) fälschlicherweise für Kreuzottern gehalten !!!

Der Kopf weist meist die gleiche Grundfarbe wie der Körper auf, besonders bei den Weibchen kann das Rostrale und der Canthus rostralis leicht gelblich braun sein. Am Hinterkopf besitzen die Tiere eine x-förmige oder eine V-förmige Zeichnung mit zum Kopf weisender Spitze, die vom Zickzackband des Rückens getrennt ist.

Über die Augen zieht sich ein breites Schläfenband bis zum Hals. Viperntypisch sind die senkrecht geschlitzten Pupillen, die von einer rostroten Iris umgeben sind. Die Bauchseite ist graubraun, schwarzbraun oder schwarz gefärbt und weist vor allem an der Kehle und in der Kinnregion häufig hellere Flecken auf. Die Unterseite der Schwanzspitze kann gelb, orange oder ziegelrot sein. Die Rückenschuppen der Kreuzotter sind mit Ausnahme der untersten Reihe deutlich gekielt und haben eine raue Oberfläche. Die Beschuppung des Kopfes kann bei der Kreuzotter sehr variabel sein. Die Kopfoberseite ist mit vielen kleinen Schuppen bedeckt, der unpaare Stirnschild (Frontale) sowie die paarigen Scheitelschilde (Parietale) sind allerdings groß und vollständig ausgebildet. Zwischen dem Auge und den acht bis neun, seltener sechs bis zehn, Oberlippenschilden (Supralabialia) besitzt die Schlange im Regelfall eine Reihe Unteraugenschuppen (Suboculare).

Verbreitung und Lebensraum:

Die Kreuzotter besitzt von allen Vipern das größte und zugleich das nördlichste Verbreitungsgebiet, zudem ist sie die einzige Schlangenart, die auch nördlich des nördlichen Polarkreises angetroffen werden kann. Das Gebiet reicht von Mittel- und Nordeuropa einschließlich England und Skandinavien über das Alpengebiet und den nördlichen Balkan, Polen, Ungarn, Tschechien sowie das gesamte nördliche Russland bis nach Sachalin im Osten Asiens. Weiterhin ist die Schlange auch in Nordkorea und im Norden der Mongolei sowie Chinas zu finden. In Deutschland kommt sie schwerpunktmäßig im norddeutschen Tiefland (besonders in Heidegebieten), in den östlichen Mittelgebirgen sowie in Teilen Süddeutschlands (z. B. Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerischer Wald, vor; dazwischen tun sich größere Areallücken auf, insbesondere in den klimatisch wärmeren Flusstälern. Auffallend ist das Fehlen in den klimatisch geeigneten westlichen Mittelgebirgen (Sauerland, Bergisches Land, Siegerland, Westerwald, Vogelsberg, Taunus, Hunsrück, Nordpfälzer Bergland, Pfälzer Wald und Odenwald) Weil die Art auch in den übrigen Gebieten in ihrem Bestand stark bedroht ist, steht sie in ganz Deutschland unter Naturschutz. Größere Populationen finden sich insbesondere auf Hiddensee und Rügen. Die Kreuzotter bevorzugt Habitate mit starker Tag-Nacht-Temperaturschwankung und hoher Luftfeuchtigkeit. Besiedelt werden zwergstrauchreiche Waldschneisen und Waldränder, Moore, Heiden, feuchte Niederungen, alpine Geröllfelder und Bergwiesen im Bereich der Baumgrenze. Im Gebirge trifft man die Schlange bis in Höhen von 2500 bis 3000 Metern an. Die Kreuzotter ist tagaktiv und verlagert ihre Aktivität nur bei sehr großer Hitze in die Dämmerung. Morgens und am späten Nachmittag sucht sie geeignete Sonnenplätze auf und sonnt sich, die optimale Aktivitätstemperatur erreicht sie mit etwa 30 bis 33 °C. An schwülwarmen Tagen und nach längeren Regenperioden ist sie besonders aktiv, auf Wind reagiert sie dagegen sehr empfindlich. Bei Störung und Bedrohung flieht die Schlange unter Steine oder in die Vegetation. Wird sie in die Enge getrieben, kommt es zu Drohgebärden mit lautem Zischen sowie zu Bissen, wobei sie den Oberkörper nach vorne schnellen lässt. Den Winter überbrückt die Kreuzotter durch eine vier- bis siebenmonatige, im äußersten Norden sogar bis zu achtmonatige Kältestarre. Dabei sucht sie geeignete Verstecke auf und überwintert häufig auch mit vielen weiteren Kreuzottern und auch anderen Reptilien in gemeinsamen Quartieren. In Deutschland beginnt die Winterstarre in der Regel Mitte bis Ende Oktober, in warmen Jahren auch erst Anfang November. Je nach Witterung und Höhenlage erscheinen in Deutschland die ersten Tiere ab Mitte Februar bis April, regional später, aus ihrer Kältestarre. Dabei erscheinen die Männchen im Schnitt zwei Wochen vor den Weibchen. Die Kreuzotter jagt vor allem Kleinsäuger, Eidechsen sowie Frösche. Unter den Kleinsäugern bilden Langschwanzmäuse, Wühlmäuse und Spitzmäuse den größten Anteil der Beutetiere. Das individuelle Beutespektrum ist dabei stark abhängig vom lokalen Angebot, wodurch die Hauptbeutetiere entsprechend stark variieren. So besteht etwa im Bereich der Schäreninseln in Südschweden eine starke Abhängigkeit von der Erdmaus (Microtus agrestis), in den Wäldern Mitteleuropas von der Rötelmaus (Clethrionomys glareolus) und in moorigen Feuchtgebieten von Braunfröschen wie dem Grasfrosch (Rana temporaria) und dem Moorfrosch (Rana arvalis). Die Jungschlangen ernähren sich im Gegensatz zu den adulten Tieren fast ausschließlich von jungen Braunfröschen und Waldeidechsen, weshalb diese Arten eine zentrale Rolle bei der Verbreitung der Kreuzotter spielen.

Kreuzottern sind sehr scheu. Bei Gefahr flüchten sie sofort. Ein Zubiss erfolgt nur dann, wenn man sie massiv bedroht, sie anfasst oder auf sie tritt !!!

Die Schlingnatter (Coronella austriaca)

Auch Glattnatter genannt, ist eine zur Familie der Nattern (Colubridae) gehörende, recht kleine und unscheinbare Schlangenart, die in weiten Teilen Europas und im westlichen Asien vorkommt. Auch in Mitteleuropa ist sie weit verbreitet. Für den Menschen ist diese ungiftige Schlange völlig harmlos – nicht selten wird sie allerdings mit der Kreuzotter verwechselt. Beide Arten stehen in vielen Ländern unter Naturschutz und dürfen weder verfolgt noch gefangen werden.

Schlingnatter     “ Ungiftig „

Schlingnatter     “ Ungiftig „

Merkmale:

Schlingnattern sind recht zierliche, schlanke Schlangen; sie erreichen eine Körperlänge von etwa 60 bis 75, gelegentlich 80 Zentimeter (in Einzelfällen wurden auch Exemplare von rund 90 cm Gesamtlänge beobachtet). Ein Größenunterschied zwischen den Geschlechtern ist nicht signifikant. Der Schwanz macht etwa 12 bis 25 Prozent der Gesamtlänge aus. Er verjüngt sich gleichmäßig und endet mehr oder weniger spitz. Der Oberkopf ist abgeflacht, die Seiten und die Spitze der Schnauze sind rundlich. Die Augen sind relativ klein und weisen eine runde Pupille auf (ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur Kreuzotter); die Iris ist bräunlich. Hinsichtlich der Kopf- und Körperbeschuppung (vergleiche: Schlangenbeschuppung) sind unter anderem folgende Eigenschaften zu nennen: Es bestehen jederseits sieben Oberlippenschilde (Supralabialia) und acht bis neun Unterlippenschilde (Sublabialia). Die Grundfärbung der Oberseite ist grau, graubraun, bräunlich oder rötlich-braun. Bei Männchen dominieren braune bis rötliche Farbtöne, während die Weibchen oft eher grau sind. An den Kopfseiten befindet sich je ein charakteristischer dunkelbrauner Streifen, der vom Nasenloch über das Auge bis zum Mundwinkel verläuft. Auf der Kopfoberseite fällt ein herz- bzw. hufeisenförmiger dunkler Fleck auf (das „Krönchen“), der sich häufig in zwei Längsstreifen auf dem Rücken fortsetzt, um sich schließlich meistens in zwei (selten vier) Fleckenreihen aufzulösen. Schwanzwärts werden diese Flecken immer undeutlicher. Gelegentlich können die Flecken auch zu Querstreifen verschmelzen. Bei aller Variabilität des dorsalen Fleckenmusters weist die Schlingnatter aber kein Zickzackband auf, wie es Kreuzottern haben. Jedoch kann durch Bewegungen der Schlange ein solcher Eindruck entstehen. Die Bauchseite ist nie wie bei der Ringelnatter gelblich-weiß, sondern es herrschen auch hier verschiedene Braun- und Grautöne vor – oft mit einer lebhaften dunklen Sprenkelung versehen.

 

Verbreitung:

Die Schlingnatter ist in Europa weit verbreitet und erreicht auch Teile Westasiens. In der Schweiz, in Österreich und Deutschland ist die Schlingnatter ebenfalls weit verbreitet, aber nicht flächendeckend vertreten. In der Schweiz gilt die Art als die Schlange mit dem größten Verbreitungsgebiet, wobei aber die Fundpunktdichte lokal sehr stark variiert und zudem in den letzten Jahrzehnten erhebliche Bestandsrückgänge zu konstatieren waren (vgl. Abschnitt „Gefährdung und Schutz“). Der höchstgelegene Nachweis in den Zentralalpen liegt auf 2100m.

In Deutschland liegt der Verbreitungsschwerpunkt der Schlingnatter in wärmebegünstigten Mittelgebirgsregionen Südwest-, Süd- und Südostdeutschlands (oft zugleich Weinanbaugebiete), während sich das Areal nach Norden hin immer mehr in Teilgebiete auflöst und die Populationsstärken abnehmen. In weiten Bereichen Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommern fehlt die Art gänzlich (Ausnahmen sind isolierte Vorposten an der Ostseeküste zwischen Rostock und dem Darß, auf Hiddensee und Rügen sowie in der Ueckermünder Heide). Ansonsten werden im Norddeutschen Tiefland vor allem die Heide- und Sandgebiete Brandenburgs, Teile des vor allem mittelniedersächsischen Geest- und Moor-Tieflands sowie der Westfälischen Bucht besiedelt im Bayerischen Wald bis 850 m (sonst sind es in den Mittelgebirgen Deutschlands selten über 650 m).

Lebensräume:

Die Schlingnatter ist eine (trockenheits- und wärmeliebende) Tierart, die je nach Region ein recht breites Spektrum von Biotoptypen besiedelt, Sandheiden, Magerrasen sowie trockene Hochmoor- und Waldränder wichtige Lebensräume darstellen, sind es in den mitteleuropäischen Mittelgebirgen vor allem wärmebegünstigte Hanglagen mit Mager- und Trockenrasen, Geröllhalden, Trockenmauern und aufgegebenem Rebgelände (Weinberge). In höheren Mittelgebirgslagen, in Ostbayern oder auch in Südschweden bilden besonnte Waldränder in Nachbarschaft von extensiv bewirtschafteten Wiesen, Gebüschsäume, Hecken, Waldschläge, Felsheiden, halbverbuschte Magerrasen und Böschungen das Biotopspektrum der Schlingnatter. Im gleichen Habitat kommen meist auch viele Eidechsen (insbesondere Zauneidechsen, regional auch Waldeidechsen oder Mauereidechsen) und Blindschleichen vor. Gelegentlich tritt zudem die Kreuzotter auf. Schlingnattern verharren oft regungslos und vertrauen darauf, dass sie die unscheinbare Färbung und das Fleckenmuster optisch mit der Umgebung verschmelzen lässt. Fühlen sie sich ohne Fluchtmöglichkeit in die Enge getrieben und bedroht, ringeln sie sich tellerförmig zusammen und heben den Vorderkörper S-förmig an. Zischlaute geben sie dabei nur selten von sich. In fortgesetzter Bedrängnis versuchen sie den Angreifer auch sehr oft zu beißen. In dem Fall lässt die Schlange nicht sofort wieder los, sondern führt mitunter kauende Bewegungen durch. Beim Menschen hinterlassen die kleinen Zähnchen aber nicht mehr als ein paar Kratzer.

Die Schlingnatter steht in vielen Ländern streng unter Naturschutz und darf weder gefangen noch gar getötet werden. Dennoch kommt es immer noch vor, dass dieses für den Menschen absolut harmlose Tier erschlagen wird – als vermeintlich gefährliche Giftschlange oder aus einem unterschwelligen Schlangenhass. Zwar werden viele Reptilien, selbst die Blindschleiche, aus Unkenntnis für „bedrohlich“ gehalten, aber bei der Schlingnatter ist eine Verwechslungsmöglichkeit mit der Kreuzotter besonders groß (wobei diese ebenfalls unter Schutz steht und nicht mehr verfolgt werden darf). Für verschiedene Regionen werden starke Bestandsrückgänge der Schlingnatter innerhalb der letzten Jahrzehnte festgestellt. Die Hauptgefährdung geht dabei allerdings von Lebensraumzerstörungen aus. Durch die intensive Nutzung der mitteleuropäischen Kulturlandschaft und falsch verstandenen Ordnungssinn sind viele für die Schlingnatter und andere Reptilien wichtige Biotope beseitigt oder entwertet worden. Nahezu überall gab und gibt es den Trend, abwechslungsreiche, „unaufgeräumte“ Landschaft in großflächige, strukturarme, oft überdüngte Wirtschaftsflächen umzuwandeln. Dabei wurden Hecken, Staudenfluren, Felskuppen, Lesesteinhaufen, Trockenmauern und andere Kleinstrukturen beseitigt, Randstreifen und Übergangsbiotope begradigt. Verbliebene Biotopinseln und -streifen sind oft zu klein und liegen isoliert voneinander, werden entweder gar nicht gepflegt (was zu ungünstig starker Verbuschung führt) oder aber zu intensiv (beispielsweise durch unsachgemäßes Mähen, wobei viele Kleintiere vernichtet werden). Dazu kommen weitere Faktoren wie fortschreitender Flächenverbrauch durch Siedlungs- und Straßenbau, das Verfüllen von Steinbrüchen, der Einsatz von Pestiziden, lokal auch häufige Störungen der Schlangen durch Freizeitbetrieb, freilaufende Hunde oder streunende Katzen !!!

Rainer Folchmann

Landschafts -und Naturschutzwart des OWV-Georgenberg

 

 

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